Bartkauz

Bartkauz

Strix nebulosa

Merkmale

Bartkauz
Bartkauz

Text von Karl-Heinz Graef

Der Bartkauz gehört mit einer Größe von 62-70 cm zu den größten Eulen der Welt, lediglich der Uhu und die Schneeeule sind größer bzw. schwerer. Sehr auffällig ist der große runde Kopf, der keine Federohren hat. Ober- und Unterseite sind überwiegend grau gefärbt. Die Oberseite ist zudem unregelmäßig dunkel und weiß gefleckt und gebändert, die Unterseite zeigt auf hellerem Grund dunkle, breite Längsstreifen mit feiner Querbänderung. Der Gesichtsschleier ist sehr ausgeprägt und zwischen den verhältnismäßig kleinen, gelben Augen und dem gelben Schnabel fallen besonders zwei halbmondförmige, weiße Wülste auf. Seinen deutschen Namen hat er dem schwarzen Kinnbart zu verdanken. Der Flug ist infolge des langen Schwanzes sehr gewandt.

Fortpflanzung

Bartkauz (Weibchen) mit Jungen im Nest
Bartkauz (Weibchen) mit Jungen im Nest

Die Balz beginnt etwa Mitte Februar bei noch meist winterlichen Verhältnissen. Als Brutplätze dienen große, alte Greifvogelhorste und immer wieder auch Höhlungen von in der Mitte abgebrochenen, großen Bäumen. Etwa ab Mitte April beginnt das Weibchen in Abständen von 1-3 Tagen ca. 3-6 weiße Eier zu legen, die dann nur von ihr etwa 28-30 Tage bebrütet werden. Brutbeginn ist bereits ab dem ersten Ei, weshalb bei den Jungen einer Brut teilweise erhebliche Altersunterschiede zu erkennen sind. Sie verlassen den Horst mit etwa drei bis vier Wochen, wenn sie noch flugunfähig sind und werden dann aber noch mehrere Wochen von den Altvögel mit Beute versorgt, teilweise sogar noch bis in den August hinein. Die volle Flugfähigkeit erreichen sie mit etwa 10 Wochen.

Lebensraum

Der Bartkauz bewohnt Altbestände von Kiefern, Fichten und Birkenwäldern der nördlichen Taiga. In Europa brütet er in einem mehr oder weniger breiten Streifen von Mittelschweden und Finnland bis nach Nordrußland. Er braucht Wälder mit ausreichend alten Bussard- und Habichthorsten und mit angrenzenden offenen Flächen wie z.B. Moore oder auch Kahlschläge, auf denen er jagen kann.

Nahrung

Trotz seiner Größe ernährt sich der Bartkauz hauptsächlich von Kleinsäugern. Hauptbeutetiere sind mit teilweise weit über 60% Erdmäuse. Daneben werden Rötelmäuse, Sumpfmäuse und andere Wühlmausarten erbeutet, aber auch Spitzmäuse. Der Anteil an Spitzmäusen ist außerhalb der Brutzeit sehr hoch und kann über 40% ausmachen. Kleinvögel und Frösche werden dagegen eher selten erbeutet und machen lediglich 2% der Nahrung aus.

Gefährdung

Heutzutage ist der Bartkauz kaum noch durch direkte menschliche Verfolgung wie Abschuß und Fang gefährdet, da auch in Finnland und Schweden alle Eulenarten geschützt sind. Viel bedrohlicher sind die Änderungen seines Lebensraumes, die die moderne Forstwirtschaft leider oft mit sich bringt. So dürfen aktuell, in der Mitte abgebrochene Stämme, die auch immer wieder gerne als Brutplätze genutzt werden, nicht mehr stehen gelassen werden. Viele Wälder sind so jung, dass in ihnen Greifvogelhorste fehlen und sind deshalb ungeeignet.

Schutzmaßnahmen

Eine sehr wichtige Schutzmaßnahme ist die Schaffung von geeigneten Brutmöglichkeiten. So werden in Schweden und Finnland viele Kunsthorste geschaffen, die teilweise aus Ästen, also wie ein „normales“ Nest, teilweise aber auch eckige Brutplattformen aus Brettern sind, die mit Sägemehl oder Rindenmulch gefüllt werden. Die Brutplattformen werden auf Bäumen aber auch relativ nieder auf Baumstümpfen angebracht und werden wirklich gerne angenommen.

Zuletzt geändert:: 2020/05/10 00:53
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