Archiv: Aus dem Alltag der Eulenforscher

Aktuelle Eulen-Webcams
Schwimmender Virginia-Uhu
6. Internationales Steinkauz-Symposium
Eule, Kauz & Co
Staubbäder des Uhus in Reifenasche
Über den Handel mit Eulen in Jakarta, Indonesien
Bruterfolg des Steinkauzes im Altkreis Dieburg 2014
Uhubrutplatz im Sauerland langfristig gesichert
Bruterfolg der Schleiereulen im Landkreis Northeim 2014
Bruterfolg der Steinkäuze im Landkreis Ludwigsburg 2014
Bruterfolg der Eulen in den Rheinauen
Schutz von Höhlenbäumen
Waldohreulen beziehen Winterschlafplätze
Schleiereulenspätbrut
Herbstbalz beim Uhu

Archiv: Aus dem Alltag der Eulenforscher


Aktuelle Eulen-Webcams

14.03.2015

Auch dieses Jahr sind wieder viele Webcams an Eulenbruten in Betrieb. Hier eine kleine Auswahl:




Schwimmender Virginia-Uhu

03.02.2015

Eulen sind zwar keine Wasservögel, aber sie sind nicht unbedingt wasserscheu und können sich notfalls nach einem Absturz ins Wasser auch selbst helfen, wie dieser Viginia-Uhu (Bubo virginianus) demonstriert, der von zwei Wanderfalken bedrängt in den Michigan-See stürzte:

Auch von unserem heimischen Waldkauz (Strix aluco) ist bekannt, dass er gerne ein Bad nimmt. 5-6% der Waldkäuze sollen dabei sogar verunglücken, besonders wenn sie aus offenen Regentonnen nicht mehr herauskommen (GLUTZ VON BLOTZHEIM & BAUER 1980: Handbuch der Vögel Mitteleuropas Bd. 9: 597).




6. Internationales Steinkauz-Symposium

6th International Little Owl Symposium
Nieuwvliet, Zeeuws-Vlaanderen (NL), 20. – 22.03.2015

26.01.2013

Steinkauzforscher und -schützer der Steenuilenwerkgroep Natuurpunt Flanders (Belgien) und STONE – Steenuilenoverleg Nederland (Niederlande) organisieren mit vereinten Kräften das 6. internationale Steinkauz-Symposium an der Belgisch-Niederländischen Grenze.

Weitere Einzelheiten und das Programm entnehmen Sie bitte dem Dokument der Veranstalter




Eule, Kauz & Co

Zwei Waldkauzexkursionen im Schlosspark Nymphenburg / München

14.01.2015

Am Samstag, 24. Januar und am Mittwoch, 28. Januar, jeweils 14:00h – 16:00h führt Werner Borok im Schlosspark Nymphenburg / München je eine Waldkauzexkursion.

Der Naturfotograf Werner Borok führt während dieser zweistündigen Exkursion zu verschiedenen „Kauzbäumen“ im Nymphenburger Schlosspark und erläutert dabei das Verhalten und die Lebensweise des Waldkauzes. Die heimlichen Jäger der Nacht haben nach dem Winter ihre Reviere besetzt und ihre Baumhöhlen bezogen. Bei der Eulenpirsch ist regelmäßig die ein oder andere Eule in voller Größe vor dem Eingang ihrer Höhle zu sehen, gelegentlich sind sogar einzelne Rufe zu hören.

Treffpunkt zur Exkursion ist Schloss Nymphenburg, am Eingang vor dem rechten Durchgang zum Schlosspark. Weitere Informationen sind telefonisch unter 089 / 759 22 26 oder 0160 / 677 83 78 zu beziehen.




Staubbäder des Uhus in Reifenasche

Kurios oder gefährlich?

08.01.2015

DR. BOYAN MILTSCHEW von der Forstwissenschaftlichen Universität in Sofia / Bulgarien berichtet in der aktuellen Ausgabe der „Ornithologischen Mitteilungen“ von zwei Beobachtungen aschebadender Uhus in Südostbulgarien. In beiden Fällen nutzten die Tiere die Überreste illegal, unweit der jeweiligen Brutplätze verbrannter Autoreifen zur Gefiederpflege.

MILTSCHEW stellt heraus, dass die hohe Konzentration giftiger Elemente wie Kupfer, Blei, Kadmium, Arsen und Quecksilber in diesen Verbrennungsrückständen negative Auswirkungen auf die aschebadenden Tiere und ihren Nachwuchs haben kann.

Von einer Gefährdung der südostungarischen Uhu-Gesamtpopulation ist aufgrund der Seltenheit des Phänomens aschebadender Uhus jedoch nicht auszugehen.

Quelle: MILTSCHEW, B. (2014): Staubbäder des Uhu Bubo bubo in der Asche von in Freien verbrannten Autoreifen. Ornithologische Mitteilungen Jahrgang 66, Nr. 3/4: 76-78.

Weiteres zu diesem Thema demnächst im Eulenrundblick 65.




Mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlichen wir den Sonderbericht The owl trade in Jakarta, Indonesia: a spot check on the largest bird markets aus BirdingASIA 18 in deutscher Übersetzung:

Über den Handel mit Eulen in Jakarta, Indonesien

Das Ergebnis von Stichproben auf den größten Vogelmärkten

von CHRIS R. SHEPERD
Übersetzt von CHRISTOPHER HUSBAND

Einführung
Der Handel mit Wildvögeln wird in Indonesien in großem Maßstab betrieben, und wird als Bedrohung für zahlreiche Arten angesehen (SHEPHERD 2006, METZ 2007, SCHÄFER 2010). Der Wildvogelhandel wird auf tageweise in nahezu jeder größeren Stadt ganz offen durchgeführt, ohne Rücksicht auf den rechtlichen Schutzstatus oder Seltenheitsgrad der Vogelarten. Alleine in Jakarta, der Hauptstadt des Landes, befinden sich drei sehr bedeutende Märkte, die zu den größten in Asien zählen.

Verschiedene Eulenarten befinden sich unter den zahlreichen Vögeln, die bisher auf den Märkten festgestellt wurden. Indonesien beherbergt 45 Eulenarten, unter anderen 9 Arten der Gattung Tytonidae und 36 Arten der Gattung Strigidae. Am häufigsten gehandelt werden verschiedene Eulen der Gattung Zwergohreulen (Otus spec.), die in Indonesian mit 17 Arten vertreten ist. Allerdings ist der gegenwärtige Wissensstand bezüglich vieler dieser Zwergohreulenarten sehr dürftig, und die Auswirkungen des Handels auf die Bestände der betroffen Arten sind noch weniger bekannt (WIDODO et al. 1999 HUTCHINSON et al. 2007).

Es gibt keine spezielle Überwachung oder Untersuchung des Vogelhandels in Indonesien, aber das Wildtierhandel-Überwachungsnetzwerk TRAFFIC hat anekdotische Informationen gesammelt, die es als wahrscheinlich erscheinen lassen, dass in Jakarta der Handel mit Eulen zunimmt. Um die Situation näher zu untersuchen, wurden von dem Autor dieses Artikels drei Stichproben auf den Vogelmärkten durchgeführt. Die Ergebnisse werden hier dargestellt in der Hoffnung, dass dies Anstoß dazu gibt, dass genauere Untersuchungen des Eulenhandels und der Auswirkungen dieses Handels auf die Erhaltung der Eulenarten der Region unternommen werden.

Im Zuge der ersten Stichprobe wurden im Juli 2010 die drei größten Vogelmärkte in Jakarta – Pramuka, Barito und Jati Negara – sowie die jährliche stattfindende „Jakarta Fauna and Flora Expo“, auch bekannt als „Flona Fair Jakarta“, aufgesucht. Insgesamt 24 Eulen von mindestens drei Arten konnten festgestellt werden, darunter 7 Schleiereulen Tyto alba, 5 Sunda Fischuhus Ketupa ketupu und 12 Zwergohreulen Otus spec., alle auf dem Jati Negara Markt in Jakarta. Später im selben Jahr, und zwar am 10. Dezember 2010, wurde eine weitere Stichprobe auf den Märkten in Jakarta durchgeführt, wobei die Eulen erneut gezählt wurden. Dieses Mal wurden 4 Schleiereulen, 1 Falkenkauz Ninox scutulata, 7 Sunda-Zwergohreulen Otus Lempiji und 13 nicht bestimmbare Zwergohreulen festgestellt, also insgesamt 25 Eulen. Mit Ausnahme der Sunda-Zwergohreulen, die auf dem Barito Markt festgestellt wurden – wurden alle auf dem Jati Negara Markt angeboten.

Abb. 1: Orient-Zwergohreule Phodilus badius<br>auf einem Vogelmarkt in Jakarta, Indonesien<br>am 12. Juni 2012.
Abb. 1: Orient-Zwergohreule Phodilus badius
auf einem Vogelmarkt in Jakarta, Indonesien
am 12. Juni 2012.

Bei einer dritten Stich­probe am 16. Juni 2012 auf denselben Märkten wurde eine deutlich höhere Anzahl an Eulen (insgesamt 131 Exemplare) gezählt. Dabei wurden mindestens fünf Arten festgestellt: 8 Schleiereulen, 5 fünf Orient-Zwergohreulen Phodilus badius (Abb. 1 & 2 ), 1 Sunda Fischuhu, 1 Rötliche Zwergohreule Otus rufescens, 1 Sunda-Zwergohreule und weitere 115 nicht bestimmbare Zwergohreulen festgestellt. Wo immer möglich wurden Fotos der angebotenen Eulen als Zusatz-Dokumentation gemacht, aber etliche Händler erlaubten dies nicht, wohl aufgrund der Natur des Handels. Händler erklärten dem Autor, dass die Eulen entweder in der Nähe von Jakarta oder in der Provinz Nord-Sumatra gefangen wurden. In keinem Fall wurde behauptet, dass es sich um gezüchtete Vögel handelt. Von den festgestellten Eulen wurden 115 als juvenile Zwergohreulen (Abb. 3) registriert, ohne dass eine nähere Artenbestimmung möglich war. Demzufolge wird offensichtlich die Mehrheit der verkauften Zwergohreulen den Nestern entnommen. Eine angetroffene juvenile Schleiereule wurde wohl auch dem Nest entnommen. Auf dem Jati Negara Markt wurde mit Abstand der größte Handel mit Eulen betrieben: 71 der 131 Eulen wurden dort gezählt.

Diskussion
Während der letzten der drei durchgeführten Stichproben wurden gegenüber den ersten zwei Stichproben eine deutlich erhöhte Anzahl von gehandelten Eulen festgestellt, was auf Basis der gesammelten anekdotischen Informationen auch zu erwarten war. Von den 5 in 2012 identifizierten Arten wird die Rötliche Zwergohreule als potenziell gefährdet und die restlichen vier Arten als nicht bedroht eingestuft (IUCN 2012). Gegenwärtig wird keine der festgestellten Eulenarten als durch Jagd oder Handel bedroht angesehen. Auch steht in Indonesien keine der identifizierten Eulenarten unter Schutz, wobei selbst nicht geschützte Vögel für den kommerziellen Handel nur in Übereinstimmung mit einem jährlich festgelegten Kontingent gefangen werden dürfen. Auf Grund der Tatsache, dass derzeit kein Kontingent für irgendeine indonesische Eulenart festgelegt wurde, ist der beobachtete Handel illegal.

Abb. 2: Orient-Zwergohreulen Phodilus badius auf einem Vogelmarkt in Jakarta, Indonesien,<br>am 12. Juni 2012.
Abb. 2: Orient-Zwergohreulen Phodilus badius auf einem Vogelmarkt in Jakarta, Indonesien,
am 12. Juni 2012.

Der illegale Vogelhandel ist bei den indonesischen Behörden mehrfach angezeigt worden. Trotzdem gibt es noch einen äußerst lebhaften Handel auf den großen Vogelmärkten in Jakarta, und die Händler stellen geschützte Arten häufig ganz offen zur Schau ohne Furcht vor strafrechtlichen Konsequenzen.

Bis die Auswirkungen auf die Wildvogelpopulationen, insbesondere auf die der Eulen, besser verstanden wird, müssen bei den indonesischen Behörden geeignete Maßnahmen gegen den illegalen Vogelhandel oberste Priorität erhalten, und Schritte müssen dringend unternommen werden, den Vogelhandel auf diesen Märkten zu unterbinden. Eulen sollten unbedingt in die Liste der geschützten Arten aufgenommen werden, so dass sie eine höhere Bedeutung bei Durchsetzungsmaßnahmen erhalten.

Abb. 3: Nicht identifizierte juvenile Zwergohreulen der Gattung Otus auf einem Vogelmarkt in Jakarta, Indonesien, am 12. Juni 2012.
Abb. 3: Nicht identifizierte juvenile Zwergohreulen der Gattung Otus auf einem Vogelmarkt in Jakarta, Indonesien, am 12. Juni 2012.



Literatur
Hutchinson, R., Eaton, J. A., Demeulemeester, B. & Rheindt, F. E. (2007) Observations of Flores Scops Owl Otus alfredi on Flores, with a first description of its vocalisations. Forktail 23: 184–187.

IUCN (2012) IUCN Red List of Threatened Species. Version 2012.2.
Downloaded from http://www.iucn.org on 23/10/2012.

Metz, S. (2007) Rehabilitation of Indonesian parrots from the illegal wild bird trade: early experience on Seram Island, Indonesia. Pp 37–54 in Proceedings of the Association of Avian Veterinarians (Australian Committee), Melbourne, Australia.

Shepherd, C. R. (2006) The bird trade in Medan, North Sumatra: an overview. BirdingASIA 5: 16–24.

Shepherd, C. R. (2010) Observations on trade in Laughing Thrushes (Garrulax spp.) in north Sumatra, Indonesia. Bird Conservation International 21(1): 86–91.

Widodo, W., Cox, J. H. & Rasmussen, P. C. (1999) Rediscovery of the Flores Scops Owl Otus alfredi on Flores, Lesser Sunda Islands, Indonesia, and reaffirmation of its specific status. Forktail 15: 15–23.

Wir danken CHRISTOPHER HUSBAND für die Übersetzung.

Kontaktadresse:
Chris R. Shepherd
TRAFFIC Southeast Asia, Selangor, Malaysia
Email: chris.shepherd@traffic.org




Bruterfolg des Steinkauzes im Altkreis Dieburg 2014

22.12.2014

Der alte Kreis Dieburg in Südhessen umfasst 372 km². Das Gebiet liegt z. T. am nördlichen Odenwaldrand und in der angrenzenden Ebene. Die Brutplätze liegen auf einer Höhe von 130 – 220m über NN.

Seit 1993 werden von Mitarbeiter der HGON AK Dieburg, dem NABU KV Dieburg, sowie den Ortsbe­auf­trag­ten der Vogelschutzwarte die Brutergebnisse erfasst und die Population durch das Aufhängen von Brutröhren unterstützt.

Es konnte seitdem eine Bestandssteigerung von 11 Brutpaaren auf 44 Brutpaaren 2012 verzeichnet werden. In dem schlechten Mäusejahr 2013 ging der Bestand auf 36 Brutpaare zurück und blieb 2014 etwa gleich, obwohl sich der Mäusebestand im Frühjahr wieder etwas erholt hatte.

Georg Schneider






Uhubrutplatz im Sauerland langfristig gesichert

03.12.2014

In einem Steinbruch bei Bestwig-Halbeswig (Hochsauerlandkreis, NRW) wurde dieses Jahr ein mehrjährig genutzter Uhubrutplatz unbesetzt vorgefunden. In unmittelbarer Nähe waren größere Mengen Abraum verkippt worden.

Da der Uhu in diesem Steinbruch nur an der Nordwand geeignete Plätze zum Brüten findet, musste eingeschritten werden.

MARTIN LINDNER, einer unserer stellvertretenden Vorsitzenden, wandte sich mit dem Problem an SASCHA WIENBROCK, den Betriebsleiter des Steinbruches, dem der Brutplatz zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt war. Es wurde vereinbart, dass an der Brutwand kein weiterer Abraum verkippt wird – der Brutplatz ist damit langfristig gesichert.

Die Auswertung der Uhu-Brutdaten seit der Wiederbesiedelung des Sauerlandes 1974 zeigt, dass der Bruterfolg in aktiven Steinbrüchen deutlich besser ist, als in aufgelassenen, die gerne von Kletterern und Geocachern für ihren Freizeitsport genutzt werden. Den Uhu stören solche Aktivitäten häufig so stark, dass er Eier und Küken aufgibt. Nicht selten wird auch der Brutplatz für sehr lange Zeit aufgegeben.





Bruterfolg der Schleiereulen im Landkreis Northeim 2014

Junge Schleiereulen im Flugloch
Junge Schleiereulen im Flugloch

18.11.2014

Im Landkreis Northeim wurden auf einer Fläche von 1000 km² in 195 von 199 Ortschaften insgesamt 550 Schlei­er­eulen­nist­kästen installiert.

2014 war auch hier vom Einbruch der Schleiereulenpopulation im Winter 2012/13 geprägt.

  • bis zum 30. Juni gab es nur 4 Erstbruten (Frühjahrsbruten) und keine Ersatzbrut
  • mit 2 Spätbruten, die beide Ersatzbruten waren, ging die Brutsaison zuende

In durchschnittlichen Brutjahren ist mit insgesamt 30 Bruten zu rechnen mit im Median 6 Eiern und 5 ausgeflogenen Jungvögeln.

Informationen von Ernst und Susanne Kniprath
http://www.kniprath-schleiereule.de/







Bruterfolg der Steinkäuze im Landkreis Ludwigsburg 2014

10.11.2014

Für die Steinkäuze im Landkreis Ludwigsburg war 2014 ein unterdurchschnittliches Brutjahr:

  • 179 Brutpaare legten insgesamt 693 Eier – das entspricht durchschnittlich 3,87 Eier je Gelege
  • daraus schlüpften 595 Jungvögel – durchschnittlich 3,32 Küken je Brut
  • davon flogen 516 Jungvögel aus – durchschnittlich 2,88 je Brut

Von den 179 Brutpaaren konnten 127 Jungvögel zum Ausfliegen bringen.

Informationen von Herbert Keil
http://www.eulenforschung.de/


Bestandsentwicklung des Steinkauzes im Landkreis Ludwigsburg als Diagramm

Herbert Keil mit jungem Steinkauz. [Keine Zweitverwertung]




Bruterfolg der Eulen in den Rheinauen

Waldkauzästling, braune Morphe
Waldkauzästling, braune Morphe

04.11.2014

2014 war in den Rheinauen nördlich von Karlsruhe für die Waldkäuze ein gutes Jahr. Auf einer Probefläche von ca. 22 km² konnten 15 Bruten festgestellt werden, die das Äst­lings­stadium erreicht haben. So weit das bei der reinen Natur­popu­la­tion fest­stell­bar war, über­wogen 3er- und 4er-Bruten. (Der schlech­te­ste Brut­erfolg in den letzten 15 Jahren waren 3 Bruten, der beste über 20.)

Außerdem konnten im Gebiet 2 Waldohreulenbruten mit 2 und 3 Ästlingen festgetellt werden. Eine weitere Brut mit 2 Äst­ling­en war in Hörweite außerhalb des Gebietes. (Üblicherweise brüten 0 - 3 Paare im Gebiet erfolgreich.)

Weniger gut sah es bei der Schleiereule aus, die im Winter 2012/13 ziemlich gelitten hatte: Von 2 regelmäßig besetzten Brutplätzen war nur einer besetzt. Das Brutpaar zog eine Brut mit mindestens 3 flüggen Jungen auf.







Schutz von Höhlenbäumen

27.10.2014



Nachdem nun in der Folge der Novellierung des Bundes-Naturschutzgesetzes länder­spezifische Regelungen zum Schutz von Höhlenbäumen außer Kraft sind (die ohnehin gegen Bundesrecht ver­stießen), ist der ganz­jährige Schutz jetzt ganz klar formuliert. Wer einen Höhlenbaum vorsätzlich fällt – das ist bei gekennzeichneten Bäumen immer der Fall –, erfüllt einen Straftatbestand. Ausnahmen sind nur Maßnahmen zur Verkehrssicherung.

Der bundesweit einheitliche Schutz der Höhlen­bäume ist ein sehr begrüßen­swerter Anfang. Was noch immer fehlt, ist eine bundes­ein­heit­liche Markierung von Höhlen­bäumen, um Irrtümern von überregional agierenden Forst­firmen vorzubeugen.

Der Rauhfußkauzexperte WILHELM MEYER aus Rudolstadt/Thüringen hat die neue Rechtslage in einem farbigen Faltblatt mit dem Titel Spechthöhlen – wertvoll, aber gefährdet dokumentiert, das zur Aufklärung der thüringischen Waldbesitzer gedacht ist.

WILHELM MEYER: „Mit dem Faltblatt wollen wir vor allem Privat­wald­besitzer ansprechen und deren Stolz auf eine gute Naturausstattung ihres Waldes wecken. Jedenfalls soll es allen Interessierten als Anregung dienen.

Laut WILHELM MEYER hat der Flyer bisher ein positives Echo gefunden, die Generalprobe erwartet er bei den Waldbesitzerversammlungen in diesem Herbst. Gegen eine weitere Verwendung des Falt­blattes und dessen länder­spe­zi­fische Anpassung hat er keine Einwände.

Anfragen bitte an Wilhelm Meyer

Hier der vollständige Flyer (1,9 MB groß):
"Spechthöhlen - wertvoll, aber gefährdet"





Waldohreulen beziehen Winterschlafplätze

23.10.2014

In Thüringen hat die Saison der Waldohreulen an ihren Winterschlafplätzen begonnen. Dabei wurden die ersten acht Exemplare an einem Schlafplatz im Landkreis Sömmerda bereits am 13. Oktober beobachtet. Anhand der Menge der gefundenen Gewölle unter den Bäumen zu urteilen, scheinen die Eulen jedoch bereits seit Anfang Oktober an diesem langjährigen Schlafplatz anwesend zu sein.

Waldohreulen werden in Thüringen seit dem Winter 2012/2013 regelmäßig an ihren Winterschlafplätzen erfasst. Dazu hat Maik Klammer aus Erfurt zusammen mit dem Verein Thüringer Ornithologen e.V. ein Zählprogramm initiiert. Ziel dieses Programms ist es zum einen, Erkenntnisse zur Waldohreulen-Population in Thüringen zu gewinnen. Daneben sollen, in Zusammenarbeit mit den Naturschutzbehörden, die bekannten Schlafbäume vor der Abholzung bewahrt werden.

Seit Start des thüringer Zählprogramms sind nun mittlerweile über 20 regelmäßig benutzte Winterschlafplätze bekannt. Einen großen Anteil an den Zählungen haben dabei die ehrenamtlichen Ornithologen und die breite Bevölkerung, welche sich an den Zählungen regelmäßig beteiligt.

Wer die Erfassungen der Waldohreulen an ihren Winterschlafplätzen in Thüringen unterstützen möchte, ist dazu herzlich eingeladen und wendet sich bitte an den Verein Thüringer Ornithologen e.V. (http://www.ornithologen-thueringen.de) oder direkt an Maik Klammer, der das Zählprogramm als Landeskoordinator betreut.

Waldohreule
Waldohreule



Schleiereulenspätbrut

22.10.2014

Im Artenschutzturm Kaiskorb (Rhein-Erft-Kreis) ist erst Anfang September ein Schleiereulenpaar zur Brut geschritten. Details dazu finden Sie auf unserer Facebook-Seite:



Herbstbalz beim Uhu

16.10.2014

Zwischen September und Ende November findet beim Uhu die Herbstbalz statt. Sie dient der Revierabgrenzung und Paarbildung und erreicht ihren Höhepunkt Ende Oktober. Die herbstlichen Uhu-Rufe, die zumeist vom Männchen stammen, generell aber von beiden Geschlechtern vorgetragen werden, geben Hinweise auf das spätere Brutgebiet.

Im Hinblick auf Rufbeginn und -dauer lassen sich jedoch regional, wie auch zwischen einzelnen Paaren, erhebliche Unterschiede feststellen. So kann das abendliche Rufen nur wenige Rufe umfassen oder gar über Stunden hinweg andauern.

Um Uhus in ihren angestammten Revieren oder an vermuteten Brutplätzen zu verhören, empfiehlt es sich, mindestens eine Stunde vor Sonnenuntergang am Horchpunkt einzutreffen und sich dort dann ruhig zu verhalten. Bei der Mehrzahl der Paare liegt das Rufmaximum um den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs oder innerhalb der ersten Stunde danach. Sollte man während dieser Zeit keinen Uhu gehört haben, sollte man nach Möglichkeit die Geduld aufzubringen und noch ein oder zwei weitere Stunden ausharren. Eingespielte Uhupaare zeigen erfahrungsgemäß nämlich eine geringere Rufaktivität als neu verpaarte, ebenso vergleichsweise isoliert liegende Reviere, in denen das Paar keiner unmittelbaren Konkurrenz um den Horst ausgesetzt ist. Unverpaarte Uhus hingegen, die auf der Suche nach einem Partner sind, rufen in der Regel wesentlich intensiver. Sie beginnen zum Teil bereits lange vor Sonnenuntergang und können die ganze Nacht hindurch gehört werden.

In der Regel nimmt der rufende Vogel einen erhöhten Platz, die sogenannte Rufwarte ein. Das kann ein exponierter Felskopf oder ein hoher Baumwipfel sein. Von dort aus trägt das Männchen seine gedehnten „buhoo“-Rufe vor, bei denen der geblähte weiße Kehlfleck (Bild) deutlich zu sehen ist. Das Weibchen ruft etwa eine Oktave höher „uhjuu“, meist aus der Deckung heraus.

Rufender Uhu
Rufender Uhu

Zuletzt geändert: 2017/11/02 21:07
Driven by DokuWiki Recent changes RSS feed