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ag_eulen:ehrungen:portraits:1940_wilfried_limpinsel

Wilfried Limpinsel

Abbildung 1: Wilfried Limpinsel mit Uhu (Foto: Dirk Hustadt)


Die Freude an der Natur und eine sehr persönliche Beziehung zu Eulen ha­ben das Engagement von Wilfried Limpinsel und seiner Ehefrau Mat­hilde seit Jahrzehnten geprägt. An­fang der 1980er Jahre wurden auf Veranlassung der damaligen Landes­regierung über Nordrhein-Westfalen verteilt Pflege- und Ausgewöhnungs­stationen für Greifvögel und Eulen eingerichtet. Die Notwendigkeit dazu hatte sich ergeben, weil immer häufi­ger in unserer übernutzten Landschaft verletzte bzw. hilfsbedürftige Groß­vögel aufgefunden wurden. Dafür musste eine geordnete, zugleich auch dauerhafte Einrichtung für Versor­gung und Pflege geschaffen werden. Im Südosten des Landes Nordrhein­-Westfalen hatte dazu die Familie Lim­pinsel ihr Privatgelände „Essenthoer Mühle“ angeboten, wo dann auch für den Hochsauerlandkreis (HSK) im Stadtgebiet Marsberg eine Pflege- und Ausgewöhnungsstation einge­richtet werden konnte. Nach mehrfa­cher baulicher Erweiterung feiert die­se inzwischen überregional bedeutsame Einrichtung ihr 40jähri­ges Bestehen. Und in dieser Zeit hat Familie Limpinsel fast 5.000 verletz­te oder ausgehungerte Vögel aufge­nommen, insbesondere Eulen, davon 535 Waldkäuze, 303 Uhus, 295 Schlei­ereulen, 245 Waldohreulen, 75 Stein­käuze und 6 Sumpfohreulen. Die meisten Pfleglinge konnten wieder in die Freiheit entlassen werden (Mönig et al. 2010). Familie Limpinsel hofft jetzt, dass ihre Enkelin Anna Rei­chel die erfolgreiche Stationsarbeit an der Schnittstelle von Tier- und Ar­tenschutz weiterführen wird.

Abbildung 2: Tafel zum 40. Jubiläum 2020 der Ausgewöhnungstation, Mathilde und Wil­fried Limpinsel (Foto: Anna Reichel)

Wilfried Limpinsel ist seit dem 23.05.2005 Mitglied der AG-Eulen und besucht regelmäßig unsere jähr­lichen Tagungen. Er pflegt einen intensiven Fachaustausch mit vielen Eulenexperten und der nordrhein­westfälischen Vogelschutzwarte. Ne­ben der Beringung der zur Auswilderung stehenden Pfleglinge und des Rauhfußkauzes in den Wäldern des Sauerlandes und der Egge doku­mentiert er die Verletzungsur­sachen der ein­gelieferten Vö­gel. Ein weiterer Schwerpunkt seiner ehren­amtlichen Tätig­keit liegt in der Öffentlichkeits­arbeit. Auch im Sinne der AG-Eulen sind seine Vorträge und Führungen von hohem fachlichen Anspruch in Bezug auf Populations­biologie und Artenschutzmaßnahmen. Insbesondere die sehr guten Kontakte zu den Naturschutzbehörden und Forstämtern und deren Beratung hin­sichtlich Lebensraum verbessernde Maßnahmen und Artenhilfsprogram­men fördern den Eulenschutz. Ein Be­such der Ausgewöhnungsstation der Familie Limpinsel ist für jedes Mit­glied der AG-Eulen sehr empfehlens­wert. Wilfried Limpinsel hat am 26.10.2004 das Bundesverdienstkreuz für sein ehrenamtliches Engagement verliehen bekommen.

Michael M. Jöbges, Dr. Rainer Mönig

Mönig R, Limpinsel M & Limpinsel W 2010: Die Ausgewöhnungsstation für Greifvögel und Eulen „Essentho­er Mühle“ - eine kleine Bilanz 30-jäh­rigen Engagements. Charadrius 46(1- 2): 102-105 www.essenthoer-muehle.de

Abbildung 3: Freilassung eines Uhus im Rahmen der Waldvogel-Fortbil­dung (Foto: J.Preller)
ag_eulen/ehrungen/portraits/1940_wilfried_limpinsel.txt · Zuletzt geändert: 2021/12/08 16:49 von frenzel