Artur Franz (1924 – 2003)

Portrait

Artur Franz (1924 – 2003)

Der Name ARTUR FRANZ ist untrennbar mit der Erforschung des Rauhfußkauzes verbunden. Geboren am 20. Oktober 1924, lebte er bis zu seinem Tod am 27. Februar 2003 in Wilgersdorf bei Wilnsdorf, Kreis Siegen-Wittgenstein im südlichen Westfalen. Am Ende des II. Weltkriegs wurde das Kriegsschiff, auf welchem sich ARTUR FRANZ als Marinesoldat befand, von einem Torpedo versenkt, und er wurde erst nach 24 Stunden aus dem Wasser der kalten Ostsee gerettet. Bis zum Lebensende hatte er deshalb mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Schon 1964 musste er seinen Beruf als Schlosser im Stahlbau aufgeben und wurde Invalide.

Bereits 1947 fand er eine Rauhfußkauz-Brut in einer Grenzeiche eines Haubergs bei Wilgersdorf, und 1953 verhörte er ein singendes Männchen in einem Altholzbestand. Aufgrund dieser Beobachtungen kam er in Kontakt mit Dr. HEINRICH GASOW, dem damaligen Leiter der Nordrhein-Westfälischen Vogelschutzwarte, der sich ebenfalls sehr um die Erforschung und den Schutz des Rauhfußkauzes in Westfalen bemühte. ARTUR FRANZ beteiligte sich ab 1960 sehr aktiv an diesem Schutzprogramm. Weil es in den dortigen großflächigen Fichtenforsten kaum natürliche Bruthöhlen gab, konnte durch das Anbringen von mardersicheren Nistkästen der Bruterfolg des Rauhfußkauzes wesentlich erhöht werden, so dass die Bestandsentwicklung sehr positiv verlief. Im Zeitraum der Jahre 1962 bis 1977 ist der Bestand des Rauhfußkauzes im Siegerland von 1-2 Bruten pro Jahr auf 30 Bruten pro Jahr angewachsen (FRANZ & SARTOR 1979). Gleichzeitig hat ARTUR FRANZ auch in den angrenzenden Gebieten von Rheinland-Pfalz und Hessen (Dillgebiet) die Vorkommen untersucht und betreut. Maximal hat er rund 130 Rauhfußkauz-Nistkästen angebracht und kontrolliert. Bis einschließlich 1983 hat er fast 1200 nestjunge Käuze beringt und außerdem 148 Brutvögel an seinen Kästen abgefangen und beringt, die dann in den folgenden Jahren z.T. erneut als Brutvögel kontrolliert werden konnten. Insgesamt führte er über 400 Fänge von Brutvögeln durch. Anhand dieser umfangreichen und interessanten Daten erschien 1984 eine detaillierte Publikation (zusammen mit T. MEBS & E. SEIBT) zu Fragen der Ansiedlung und Brutorttreue bzw. Umsiedlung. Seine umfangreichen Fachkenntnisse und seinen Rat hat ARTUR FRANZ auch bei den zuständigen Behörden mit Überzeugungskraft einzubringen vermocht. Für sein großes persönliches Engagement im Naturschutz ist er im Jahr 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Dr. Theodor Mebs, 2010 im Eulen-Rundblick 60: 112

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Zuletzt geändert: 2014/04/14 17:15
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