Dr. THEODOR MEBS – 80 JAHRE

Gratulation

Dr. THEODOR MEBS – 80 JAHRE

THEODOR MEBS wurde am 8. März 1930 in Würzburg geboren und wuchs als ältestes Kind der Pfarrleute GERTRUD und RUDOLF MEBS in Castell/Steigerwald in Unterfranken auf. Bereits im Alter von 12 Jahren begann er sich intensiv mit der Natur zu beschäftigen und erkletterte angeregt durch die Lektüre von Büchern OTTO KLEINSCHMIDTs bereits Greifvogelhorste, um mehr über das Brutgeschehen dieser interessanten Vögel zu erfahren. Nach einer kriegsbedingten Unterbrechung seiner Schulausbildung setzte er nunmehr als 17-jähriger Gymnasiast in Bamberg seine Beobachtungen an Uhu- und Wanderfalkenhorsten in der Fränkischen Schweiz fort, deren Brutplätze er von seinem Biologielehrer Dr. J. DIETZ erfahren hatte, und dehnte diese Untersuchungen im Laufe der folgenden Jahre auf ganz Bayern aus. Von 1949 bis 1954 studierte er Biologie, Chemie und Geographie an den Universitäten in Bamberg, Freiburg und München, um in erster Linie Vorlesungen von bedeutenden Verhaltensforschern und Tierpsychologen hören zu können. Schon 1950 beantragte er bei der Vogelwarte Radolfzell eine Beringungserlaubnis, insbesondere für den streng geschützten Uhu, die er von Dr. R. KUHK ohne weitere Rückfragen erhielt, und beringte daraufhin in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche Uhus und andere Eulenarten sowie Greifvögel und Weißstörche. Im Jahr 1953 veröffentlichte er seine erste ornithologische Arbeit, einen faunistischen Beitrag über den Uhu in der Fränkischen Schweiz. Durch seine fundierten Arbeiten bekannt geworden, folgte er einem Angebot von Dr. H. BRÜLL und arbeitete von 1960 bis 1970 als Lehrer für Landschaftskunde an der Kurzschule Weißenhaus/Ostsee in Ostholstein. Seine bereits unter Dr. G. DIESSELHORST und Prof. A. KÄSTNER an der Ludwig-Maximilians-Universität München begonnene Promotion mit dem Thema „Zur Biologie und Populationsdynamik des Mäusebussards (Buteo buteo) unter besonderer Berücksichtigung der Abhängigkeit vom Massenwechsel der Feldmaus (Microtus arvalis)“ konnte er im Jahr Dr. Theodor Mebs 1963 erfolgreich verteidigen und auch in der damals führenden deutschsprachigen ornithologischen Zeitschrift, dem Journal für Ornithologie, auf immerhin 60 Seiten publizieren. Ebenfalls im Jahr 1963 wurde die Ehe mit seiner Frau ANNA geb. ARNDT geschlossen, aus der 4 Kinder hervorgegangen sind.

Im Jahr 1964 begann die bis heute erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem KOSMOS-Verlag Stuttgart in Form des Naturführers „Greifvögel Europas und die Grundzüge der Falknerei“. Bereits 2 Jahre später folgte der Naturführer „Eulen und Käuze“ (Abb. 2). Dieses handliche Buch entwickelte sich sehr bald zu einem Standardwerk für Eulenfreunde und wurde auch weit über die Grenzen der damaligen Bundesrepublik hinaus bekannt. Im Jahr 1987 erschien es bereits in der 6. Auflage. Im Jahr 1970 wechselte Dr. THEODOR MEBS sein Berufsfeld und wurde unter Dr. W. PRZYGODDA wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Vogelschutzwarte des Landes Nordrhein-Westfalen in Essen-Bredeney. Später wurde ihm die Leitung der Staatlichen Vogelschutzwarte übertragen, die er auch bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 1995 inne hatte. An der inzwischen in die Landesanstalt für Ökologie in Recklinghausen integrierten Vogelschutzwarte des Landes NordrheinWestfalen war es seine vorrangige Aufgabe, Behörden und Privatpersonen in allen Fragen des Vogelschutzes zu beraten. Ein besonderes Anliegen im Rahmen seiner dienstlichen Aufgaben war ihm die enge Zusammenarbeit mit dem landesweiten Netz der ehrenamtlichen „Vertrauensleute für Vogelschutz“. Dr. MEBS leitete darüber hinaus mit beachtlichem Erfolg die 1971 von den beiden ornithologischen Gesellschaften GRO und WOG gegründete AG Greifvögel, in der zeitweilig bis zu 100 Mitglieder tätig waren. Ebenso intensiv kümmerte er sich auch um Bestandserfassungen und Schutzmaßnahmen für Steinkauz, Rauhfußkauz, Schleiereule und Uhu in NRW.

Nach seiner Pensionierung zog er mit seiner Frau wieder in seinen Heimatort Castell. Dort hatte er ja auch die Untersuchungen zu seiner Doktorarbeit durchgeführt. Nun arbeitet er intensiv an verschiedenen fachlichen Projekten, während die Ehefrau inzwischen ihr 20. Berufsjubiläum als Heilpraktikerin begehen konnte. Die 7 Enkelkinder lieben es sehr, mit dem Opa die Natur zu erleben.

Im Jahr 2000 brachte er in Zusammenarbeit mit Dr. WOLFGANG SCHERZINGER „Die Eulen Europas“ heraus. Dieses Buch entwickelte sich sehr bald zu einem Standardwerk für Eulenfreunde im deutschsprachigen Raum. Im Jahr 2004 erschienen auch eine niederländische sowie 2006 eine französische Ausgabe dieses Buches. Nachdem die 1. deutschsprachige Auflage in Höhe von 10.000 Exemplaren vergriffen war, brachte der KOSMOS-Verlag Stuttgart im Jahr 2008 bereits eine 2., verbesserte Auflage heraus. Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle, dass im Jahr 2006 von Dr. THEODOR MEBS und Dr. DANIEL SCHMIDT in Zusammenarbeit mit zahlreichen Fachleuten ein weiteres grundlegendes, noch umfangreicheres Werk „Die Greifvögel Europas, Nordafrikas und Vorderasiens“ erschienen ist, das ebenfalls in überzeugender Weise die enorme Kooperations- und Leistungsfähigkeit unseres Jubilars unter Beweis stellt. Die Gesamtzahl seiner ornithologischen Veröffentlichungen übersteigt inzwischen die Zahl 90, wobei sich allein 33 Arbeiten mit Eulen beschäftigen.

Die AG Eulen wünscht Dr. THEODOR MEBS weiterhin Gesundheit, viel Freude bei der Beschäftigung mit unserer „scientia amabilis“ und noch viele ertragreiche Schaffensjahre.

Dr. Jochen Wiesner & Martin Lindner, 2010 im Eulen-Rundblick 60: 3

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Zuletzt geändert: 2014/04/14 17:15
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