Uilendag 2007 te Meppel

Uilendag 2007 te Meppel

Eulentag in Meppel
von Martin Lindner

Am 3. November 2007 fuhr ein Bus ca. 50 Teilnehmer der World Owl Conference zum Uilendag nach Meppel. Der Uilendag wird einmal jährlich von den beiden Eulenschutzvereinen für Kerkuil (Schleiereule) und Steenuil (Steinkauz) in den Niederlanden organisiert. Rund 300 Teilnehmer waren vor Ort. Wie bei der _AG Eulen waren jüngere Eulenschützer eher selten. Auffällig war hingegen, dass deutlich mehr weibliche Eulenschützer als bei unseren Tagungen teilnahmen. Es gab mehrere Stände von größeren Naturschutzvereinen, wobei neben Vogelschutzvereinen auch die Säugetierforscher vertreten waren. Neben einem Tisch mit unseren Eulenrundblicken war auch Carlo Fuchs, wie auf den meisten Tagungen unserer _AG, mit einem großen Stand vertreten.

Das Programm bestand aus 10 Vorträgen. Neben Vorträgen über Schleiereule (2) und Steinkauz (3), waren auch Waldohreule, Sumpfohreule, Sperbereule und Bartkauz mit je einem Vortrag vertreten. Ferner gab es einen Vortrag über Eulen und Recht sowie einen über die Anatomie von Eulen.

Die Tagung begann mit einem Vortrag über eine Webcam in einem Steinkauz-Nistkasten, welcher auch auf der World Conference gebracht worden war. Dabei wurden die Besucher eingebunden, indem sie in einem Forum die Beuteeinträge mit Beutetierart melden sollten, was auch gut genutzt wurde. Als Schmankerl wurden einige Sequenzen mit Nistkasten-Besuchen anderer Vogelarten vorgeführt wurden. Für einen Gartenrotschwanz endete ein kurzer Besuch mit dem Tod.

Beim Vortrag über die Entwicklung bei der Schleiereule in letzten Jahren waren die 40000 Nistkästen in den Niederlanden bemerkenswert. In den Niederlanden gab es 2005 2750 Brutpaare und 2006 1900 Brutpaare. 83,3 % der Bruten waren in Scheunen und 3,5 % in Kirchen.

Erstaunlich, dass sich gelegentlich doch noch jemand mit der Anatomie befasst und die Ergebnisse dann auch noch amüsant vorstellt. Einige weit verbreitete Behauptungen über Eulen wurden (wie bei den fernsehbekannten „Mythbusters“) ganz oder teilweise widerlegt: so ganz zerstört, dass größere Augen die bessere Auflösung haben, dass Taggreife aus gleicher Beute ebenso viel Nährstoff gewinnen wie Eulen und dass nur Eulen den Kopf derart weit drehen können; teilweise widerlegt, dass alle Eulen Schallwellen durch besondere Federn ins Ohr leiten und dass Eulenschutz nur den Eulenschützern dient.

Beim Vortrag über Eulen und Recht ist mitteilenswert, dass es bei der Polizei in den Niederlanden spezielle Beamte für Natur- und Umweltschutz gibt.

Es folgte die Vorstellung eines neuen Steinkauz-Buches.

Ein Vortrag über die Sumpfohreule auf der Insel Ameland brachte den starken Rückgang der Art zum Vorschein. Dieser Rückgang scheint vorwiegend auf der Sukzession der Vegetation und dem Anpflanzen von Wald zu beruhen.

Der Besuch einer Sperbereule in den Niederlanden wurde kurz berichtet.

Beim Vortrag über die Waldohreule wurde die Frage gestellt, ob die Niederlande zu klein für die Art ist („Nederland te klein voor de Ransuil“). Wie auch in vielen Teilen Deutschlands, geht die Waldohreule auf der Probefläche, über die berichtet wurde, zurück. Bei der Waldohreule scheint es ein Prädationsproblem zu geben, daneben spielt natürlich die Landnutzung die Hauptrolle.

Der Bartkauz wurde in hervorragenden Bildern aus Finnland vorgestellt.

Die Situation des Eulenschutzes in Flandern (Belgien) wurde in einem weiteren Beitrag dargestellt. Auch in Flandern gibt es eine rege Schutzarbeit mit Nistkästen usw.. Bemerkenswert war, dass in Flandern durch „Harry Potter“ Probleme aufgetreten sind. Offenbar werden dort nun massiv Eulen von Privatpersonen gehalten. Da Schleiereulen zwischen 30 und 100 Euro kosten, kam es dort sogar zur Plünderungen von Nistkästen. Andererseits werden Eulen in größerem Umfang gezüchtet. Auch scheinen andere Unterarten von Schleiereulen importiert worden zu sein. In 2 Fällen wurden Schleiereulen anderer Unterarten sogar brütend angetroffen.

Ein Vortrag mit stimmungsvollen Steinkauzfotos bildete den Abschluss.

Hervorzuheben sind bei den meisten Vorträgen die hervorragenden Bilder. Wissenschaftliche Ergebnisse wurden hingegen kaum präsentiert. Nachfragen im Anschluss an Vorträge scheinen in den Niederlanden nicht üblich zu sein.

Insgesamt war es sehr interessant, einmal über den Tellerrand unserer _AG zu sehen und bei unseren niederländischen Nachbarn als Gast dabei gewesen zu sein.

Quelle: 2008 Eulen-Rundblick 58: 74-77

Zuletzt geändert: 2014/04/14 17:15
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