Schnee-Eule

Schnee-Eule

Bubo scandiacus früher: Nyctea scandiaca

Text von Karl-Heinz Graef

Merkmale

Schnee-Eule Männchen
Schnee-Eule Männchen

Die Schnee-Eule ist mit einer Größe von 58-63 cm fast genau so groß wie ein Uhu und unverwechselbar. Die Gefiederfärbung der Männchen ist schneeweiß, oft sogar ohne einen einzigen dunklen Fleck, sonst aber mit nur wenigen dunklen Punkten oder Quer­bänderung. Die Weibchen haben hingegen sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite viel mehr dunkle Flecken und Querbänder. Auffallend sind auch der runde Kopf mit den großen, gelben Augen und der schwarze Schnabel, der oft nur ein kleines Stückchen aus dem weißen Kopf­gefieder herausragt. Die Füße und die Zehen sind auch sehr dicht und weiß befiedert und wirken wie Schneeschuhe. Im Flug fallen die langen Flügel und der doch recht kurze Schwanz auf.

Fortpflanzung

Schnee-Eule Weibchen (zu erkennen <br/>an den dunklen Brustfedern)
Schnee-Eule Weibchen (zu erkennen
an den dunklen Brustfedern)

Schnee-Eulen brüten in der freien Natur grundsätzlich nur dann, wenn genügend Beutetiere vorhanden sind. Meist erst in der zweiten Maihälfte beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Im hohen Norden ist hierbei der Boden oft noch gefroren. In zwei Tagesabständen legt das Weibchen in Abhängigkeit von der Nahrungssituation meist 7-9, in seltenen Fällen auch bis zu 14 weiße Eier. Das Gelege wird ab dem ersten Ei und nur vom Weibchen für etwa 32-34 Tage bebrütet. Da im hohen Norden zu Beginn der Brut oft noch winterliche Verhältnisse herrschen, verlässt das Weibchen nur sehr selten und für ganz kurze Zeit den Brutplatz. Dem Legeintervall entsprechend schlüpfen die Jungen in zwei Tagesabständen und wachsen unwahrscheinlich schnell. Bereits im Alter von 1-2 Wochen krabbeln sie gelegentlich und ab der dritten Woche regelmäßig aus der Nestmulde. Im Alter von 6-7 Wochen gelingen die ersten, kürzeren Flüge und mit 8-9 Wochen sicheres Fliegen und Beuteschlagen.

Lebensraum

Schnee-Eule (Weibchen) mit<br/>Jungvogel
Schnee-Eule (Weibchen) mit
Jungvogel

Der typische Lebensraum der Schnee-Eule ist die offene, übersichtliche, arktische Tundra in den nördlichsten Gebieten Nordeuropas, Nordamerikas und Nordasiens. Als Brutplätze werden normalerweise etwas erhöhte Stellen im Gelände ausgewählt, da diese früher schneefrei und trocken sind. Zudem bieten diese einen guten Überblick über die Umgebung. In Mitteleuropa ist die Schnee-Eule ein nur sehr seltener, unregelmäßiger Gast, meist im Küstenbereich. Dies ist haupsächlich dann der Fall, wenn in Nordeuropa übermäßig strenge und harte Winter herrschen.

Nahrung

Schnee-Eule Jungvögel im Gehege
Schnee-Eule Jungvögel im Gehege
Das Beutespektrum der Schnee-Eule ist normalerweise recht einseitig, denn etwa 95% der Beutetiere sind Lemminge und nordische Wühlmäuse. In Jahren mit wenigen Kleinsäugern werden aber auch regelmäßig Vögel bis zur Größe einer Ente erbeutet. Hierbei bilden Schneehühner dann eine wichtige Ersatzbeute. Eher selten werden auch Schneehasen erbeutet. Auf ihren Wanderungen und im Überwinterungsgebiet an den Küsten, nutzt die Schnee-Eule ein breiteres Beutespektrum, das selbst Krebse und Fische nicht ausschließt.

Gefährdung

In Nordeuropa scheint der Bestand der Schnee-Eule in den letzten einhundert Jahren stetig abzunehmen. Dies wird vor allem auf die klimatischen Veränderungen zurückgeführt. Die Störungen durch menschliche Aktivitäten und hier hauptsächlich durch den stark zunehmenden Verkehr mit Schneemobilen abseits von Straßen und Wegen, sind eine ernste Gefahr. Der stark zunehmende LKW-Verkehr auf den wenigen Transitrouten im Norden fordert auch immer wieder Opfer.

Schutzmaßnahmen

Speziell für die Brutgebiete sollten Schutzmaßnahmen getroffen werden. Der Verkehr mit Schneemobilen abseits von Straßen sollte im Winter verboten werden, da dies die Vögel unnötig beunruhigt.

Zuletzt geändert:: 2020/05/10 00:53
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