Uhu

Uhu

Bubo bubo

Text von Karl-Heinz Graef

Ausgewachsener Uhu
Ausgewachsener Uhu

Merkmale

Portrait eines Uhus
Portrait eines Uhus

Der Uhu ist mit einer Größe von 61-67 cm die größte Eulenart der Welt und mit keinem anderen Vogel zu verwechseln.

Er ist etwa doppelt so groß wie eine Waldohreule! Die Oberseite ist rostbraun mit dunkler Fleckung und Bänderung, die Unterseite ist etwas heller, rostfarben mit kräftigen, dunkelbraunen Längsflecken und sehr feiner Querbänderung. Sehr auffällig sind auch die langen „Federohren“, die normalerweise schräg zur Seite oder nach hinten stehen, der dicke runde Kopf und die großen, orangegelben Augen. Beim Rufen wird durch das Aufblähen der Kehle ein weißer Fleck sichtbar. Die Weibchen sind auffallend größer als die Männchen und bis zu 1/3 schwerer. Im Flug fallen der dicke Kopf und die breiten, langen Flügel auf.

Fortpflanzung



Gesicht eine Junguhus
Gesicht eine Junguhus

Die Revierabgrenzungen und die Paarbildung finden schon im Oktober bei der Herbstbalz statt, die eigentliche Balz dann von Februar bis März. Das Weibchen legt bereits von Anfang März bis Mitte April in drei bis vier Tagesabständen meist 2-3, in sehr seltenen Fällen auch bis zu 5 große, weiße Eier. Das Gelege wird ab dem ersten Ei nur vom Weibchen für etwa 34 Tage bebrütet. Da zum Zeitpunk des Legebeginns oft noch winterliche Verhältnisse herrschen, verlässt das Weibchen sehr selten und nur für ganz kurze Zeit den Brutplatz. Je nach Lage des Brutplatzes verlassen die Jungvögel zwischen der 5 und 9 Lebenswoche die Brutnische. Die volle Flugtüchtigkeit erreichen sie erst mit etwa 10 Wochen und die volle Selbständigkeit erst mit etwa 5 Monaten.

Lebensraum

Brutnische eines Uhus in der Felswand
Brutnische eines Uhus in der Felswand


Der Uhu besiedelt in Mitteleuropa viele verschiedene Biotope. Zum Brüten bevorzugt er aber nischenreiches, felsiges Gelände oder Steinbrüche. Die Brutnischen sind meist frei anzufliegen und witterungsgeschützt. Seit den 1990-er Jahren nimmt der Anteil der Boden-, Bauwerks- und Baumbruten kontinuierlich zu. Für Baumbruten nutzen die Uhus Nester ander Großvögel, da sie selbst keine Nester bauen.

In der abwechslungsreich gegliederten Landschaft jagt er vorwiegend auf den offenen und nur locker bewaldeten Flächen. Er bevorzugt die Nähe von stehenden oder fließenden Gewässern, da es hier meist auch ein entsprechend hohes Nahrungsangebot gibt.

Nahrung

Reste eines Igels
Reste eines Igels

Das Beutespektrum des Uhus ist sehr vielseitig. Häufige Tierarten im Uhurevier bilden auch einen entsprechend hohen Anteil an der Nahrung. Dies kann in verschiedenen Gebieten zu einer völlig unterschiedlichen Zusammensetztung der Hauptbeutetierarten führen. Hauptsächlich werden Igel, Mäuse und Ratten, Junghasen und Kaninchen sowie Rabenvögel und Tauben erbeutet. Aber auch Greifvögel, Eulen, Frösche und Fische können höhere Anteile ausmachen.

Gefährdung

Uhu an einem Stacheldraht verendet
Uhu an einem Stacheldraht verendet

Heutzutage ist der Uhu bei uns kaum noch durch direkte menschliche Verfolgung wie Abschuss, Fang oder Aushorstung gefährdet. Viel bedrohlicher sind die Störungen an den Brutplätzen und hier besonders an den Brutfelsen durch Freizeitkletterer, die teilweise aus Unwissenheit, oft genug aber unter Missachtung von Hinweis- und Verbotsschildern zustandekommen. Dies führt leider sehr häufig zu Brutaufgaben. Baum- und Bodenbruten sind insbesondere durch Forstarbeiten während der Brutzeit gefährdet.

Es gibt sehr große Verluste an Stromleitungen und Spanndrähten, im Straßen- und Bahnverkehr und an Stacheldrahtzäunen. Die Ausräumung der Landschaft und der Rückgang von Kaninchen, Hamster und Rebhuhn als einige der Hauptbeutearten sind weitere Ursachen.

Schutzmaßnahmen

Es müssen Schutz- und Ruhezonen um die Brutplätze herum eingerichtet werden und besonders Naturfelsen mit Uhuvorkommen sollten lokal ganzjährig geschützt werden. In noch aktiven Steinbrüchen sollte der Steinbruchbetreiber auf den Uhubrutplatz hingewiesen werden um eventuell anstehenden Abbau im Horstbereich bis zum Ausfliegen der Junguhus hinauszuzögern. Ganz besonders wichtig ist auch die Entschärfung von Masten an Mittelspannungsleitungen durch Isolationsarbeiten, Umrüstung von stehenden auf hängende Isolatoren und das Anbringen von Sitzstangen.

Artspezialist der AG-Eulen:
Martin Lindner
martin.lindner@ageulen.de

Zuletzt geändert: 2014/06/05 00:28
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