Steinkauz

Steinkauz

Athene noctua

Merkmale

Steinkauz an Bruthöhle<br/>© Wolfgang Graef
Steinkauz an Bruthöhle
© Wolfgang Graef

Text von Karl-Heinz Graef

Der Steinkauz gehört zu den kleinsten Eulen Deutschlands und ist mit ca. 21-23 cm Größe etwas kleiner als eine Haustaube und etwas größer als eine Amsel. Die Oberseite ist dunkelbraun mit zahlreichen weißen Flecken die am Scheitel klein in Längsreihen angeordnet sind. Auf den Flügeln und den Schultern sind die Tropfenflecken groß und ohne erkennbares Muster. Die Unterseite ist gelblich bis weiß mit dichten breiten braunen Längsflecken. Er hat große gelbe Augen und weiße Überaugenstreifen, die wie Augenbrauen wirken.

Fortpflanzung



Die Balzzeit beginnt Ende Februar und geht bis Mitte April. Mitte April bis Mitte Mai legt das Weibchen, in zwei Tagesabständen 3-6 weiße Eier, die 24-28 Tage bebrütet werden. Die Nestlingszeit beträgt normalerweise 30-35 Tage, aber die Jungvögel verlassen den Brutplatz oft schon bevor sie voll flugfähig sind. Sie sind dann als Ästlinge noch einige Tage in der näheren Umgebung des Brutplatzes anzutreffen.

Lebensraum

Streuobstwiese mit altem <br/>Baumbestand © Wolfgang Graef
Streuobstwiese mit altem
Baumbestand © Wolfgang Graef

Die idealen Lebensräume sind grünlandreiche Kulturlandschaften mit alten Streuobstwiesen, Ortsrandbereiche mit alten Baumbeständen und höhlenreichen Kopfweiden. Er jagt überwiegend auf Flächen mit niedriger Bodenvegetation und meidet dabei weder die offene Feldflur noch Weinberge. Die Stützpfähle der Weinreben werden sehr gerne als Ansitzwarte genutzt.

Nahrung



Hauptnahrungstiere sind Kleinsäuger, wobei die Feldmaus den größten Anteil ausmacht, aber auch Insekten so z.B. Käfer, Nachtfalter und Heuschrecken oder Regenwürmer sind wichtige Bestandteile der Jungennahrung. Kleinvögel sowie Reptilien und eher selten Ampibien werden auch erbeutet.

Gefährdung

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft wird der Lebensraum des Steinkauzes ständig verkleinert und durch die Rodung alter höhlenreicher Obstbäume und Kopfweiden verschwinden auch die geeigneten Brutmöglichkeiten. Aber auch Neubausiedlungen und der Neubau von Umgehungsstraßen sowie der stark zunehmende Straßenverkehr gefährden einzelne Populationen.

Schutzmaßnahmen

Oberste Priorität sollte der Erhalt von alten Streuobst- und Kopfweidenbeständen haben. Die Neuanpflanzung und die Pflege von Obst- und Kopfbäumen sollte besser gefördert werden und auch die Weideviehhaltung muß weiterbetrieben werden damit zur Brutzeit ständig kurzrasiges Grünland für den Nahrungserwerb zur Verfügung steht. Durch das Anbringen von künstlichen Nisthilfen kann das Nistplatzangebot erweitert und der Bruterfolg verbessert werden. Bei der Sanierung von alten Gehöften in Ortsrandlage sollten Mauernischen erhalten oder angelegt werden.


Siehe auch unsere Nisthilfen für den Steinkauz

Artspezialist der AG-Eulen:
Daniel Scheffler
scheffler_daniel@gmx.de

Zuletzt geändert:: 2020/05/10 00:53
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