Sperbereule

Sperbereule

Surnia ulula

Merkmale

Sperbereule auf Ast sitzend
Sperbereule auf Ast sitzend

Text von Karl-Heinz Graef

Die Sperbereule gehört mit einer Größe von 36-41 cm zu den mittelgroßen europäischen Eulenarten und ist fast so groß wie eine Waldohreule. Ihren deutschen Namen erhielt sie wegen ihrer „gesperberten“ Unterseite, die auf weißem Grund schmale, dunkelbraune Querstreifen hat. Die Oberseite ist schwarzbraun mit weißlichen Flecken. Sehr kennzeichnend sind auch in der Seitenansicht die dunkle, kräftige, fast eckige Einfassung des weißen Gesichtsschleiers und der dunkle Kinnfleck. Die Augen und der Schnabel sind hellgelb, die flache Stirn ist schwarzbraun mit kleinen weißen Flecken. Im Flug sind der lange, keilförmige Schwanz mit seinen 8-10 weißen Querbinden und die kurzen, spitzen Flügel kennzeichnend.

Fortpflanzung

Sperbereule Ästling
Sperbereule Ästling

Die Balz findet bei noch meist winterlichen Verhältnissen etwa zwischen Anfang März bis Mitte April statt. Als Brutplätze dienen hauptsächlich größere Höhlungen von in der Mitte abgebrochenen, großen Bäumen. Etwa ab Mitte oder Ende März beginnt das Weibchen in Abständen von 1-2 Tagen ca. 5-8 weiße Eier zu legen, in Mäuse-Gradationsjahren gelegentlich sogar bis zu 13, die dann nur von ihr etwa 28-30 Tage bebrütet werden. Brutbeginn ist meistens bereits ab dem ersten Ei, weshalb bei den Jungen einer Brut teilweise erhebliche Altersunterschiede zu erkennen sind. Bei offenen Horsten verlassen die Jungen bereits im noch nicht flüggen Alter von etwa 3 Wochen den Brutplatz, bei Bruten in geräumigen Baumhöhlen dagegen erst mit etwa fünf Wochen, wenn sie bereits etwas flugfähig sind. Mit etwa 90 Tagen sind die Jungen selbständig, betteln aber immer noch die Altvögel an.

Lebensraum

Die Sperbereule bewohnt bevorzugt die höhergelegenen lichten Altbestände von Kiefern-, Fichten-, Lärchen- und Birkenwäldern aber auch Mischwälder der nördlichen Taiga. In Europa brütet sie nur in Norwegen, Schweden, Finnland und Nordrußland. Sie braucht Wälder mit höhlenreichen Altbäumen und alten Krähen- und Elsternnester mit angrenzenden offenen Flächen wie z.B. Hochmoore oder auch Kahlschläge, auf denen sie jagen kann.

Nahrung

Die Sperbereule ist hauptsächlich tagaktiv, jagt aber auch noch in der Dämmerung. Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus Wühlmäusen und hier hauptsächlich Rötelmäuse. Zur Brutzeit können diese 96% der Beute ausmachen. Außerhalb der Brutzeit und hier vor allem im Winter werden auch verschiedene kleinere Vogelarten bis zur Größe einer Drossel oder sogar eines Schnee- oder Haselhuhns erbeutet und auch vermehrt Spitzmäuse. Lemminge werden dagegen eher selten erbeutet.

Gefährdung

Sehr bedrohlich sind die Veränderungen in ihrem Lebensraum, die die moderne Forstwirtschaft leider oft mit sich bringt. So dürfen aktuell, in der Mitte abgebrochene Stämme, die auch häufig und sehr gerne als Brutplätze genutzt werden, nicht mehr stehen gelassen werden.

Schutzmaßnahmen

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Erhaltung und Schaffung von geeigneten Lebensräumen mit höhlenreichen Altbäumen. Der Schutz von bekannten Brutbäumen ist enorm wichtig, da angebotene Nistkästen nur sehr selten zur Brut angenommen werden.

Zuletzt geändert:: 2020/05/10 00:53
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