20. Jahrestagung der AG Eulen 2004 in Dittrichshütte

20. Jahrestagung der AG Eulen 2004 in Dittrichshütte

von Jochen Wiesner & Wilhelm Meyer








Die 20. Jahrestagung der AG Eulen fand nach fast einem Jahrzehnt wieder einmal in Thüringen, dem grünen Herzen Deutschlands, statt. Tagungsort war die Kinder- und Jugenderholung Dittrichshütte e.V. im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt. Mit 130 Teilnehmern war die Jahrestagung wie immer gut besucht und zeigte wiederum großes Interesse. Das Tagungsmotto „Methodische und praktische Aspekte des Eulenschutzes“ war besonders auf die Bedürfnisse der Feldornithologen ausgerichtet. Veranstalter waren neben der AG Eulen die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, der NABU Thüringen und der Verein Thüringer Ornithologen. Die Organisation lag in den Händen von WILHELM MEYER und DR. JOCHEN WIESNER. Mitgliedertreffen am Freitagabend: Das Treffen wurde um 19:00 Uhr vom stellvertretenden Vorsitzenden, HUBERTUS ILLNER, eröffnet. Zu Beginn teilte er der Versammlung mit, dass unser Vorsitzender ORTWIN SCHWERDTFEGER aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Jahrestagung teilnehmen kann. Aus den selben Gründen ist er vom Vorsitz der AG Eulen und als Sprecher der BAG Eulenschutz zurückgetreten. Dies hatte er HUBERTUS ILLNER und JOCHEN WIESNER bereits Anfang Oktober schriftlich mitgeteilt. HUBERTUS ILLNER würdigte die sehr erfolgreiche Tätigkeit von ORTWIN SCHWERDTFEGER während seiner Zeit an der Spitze der AG Eulen. Es bestand Einigkeit, dass ihm vom neuen Vorstand als Anerkennung für seine Leistungen ein Präsent überreicht wird. Es wurde beschlossen, dass die erforderliche Neuwahl des Vorstandes, obwohl die AG Eulen kein eingetragener Verein ist, in Anlehnung an solche Formalien, durchgeführt wird. Der Kassenbericht von KARL-HEINZ DIETZ wurde zustimmend zur Kenntnis genommen. Auf Bitte von HUBERTUS ILLNER hatten sich einige Mitglieder zusammengefunden um Vorschläge zur Besetztung eines neuen Vorstandes und der Redaktion des Eulen-Rundblicks zu erarbeiten. ERNST KNIPRATH übernahm die Leitung der Wahl. Alle Kandidaten wurden in offener Abstimmung einstimmig gewählt und alle nahmen die Wahl an. Damit besteht der neue geschäftsführende Vorstand der AG Eulen aus folgenden Personen:

  • Vorsitzender: HUBERTUS ILLNER
  • zwei Stellvertreter: JOCHEN WIESNER und CHRISTIAN STANGE
  • Schatzmeister: KARL-HEINZ DIETZ
  • Schriftleiter Eulen-Rundblick: WILHELM BERGERHAUSEN
  • CHRISTIAN STANGE wurde zudem zum Sprecher der Bundesarbeitsgruppe (BAG) Eulenschutz im Bundesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) gewählt.

Den ersten Themenkreis „Eulenschutz“ eröffnete WOLFGANG SCHERZINGER mit seinem Vortrag „Vom simplen Artenschutz zur komplexen Bestandssicherung“. Es folgte STEFAN HALLE mit einem instruktiven Vortrag über “Zyklische Bestandsschwankungen bei Kleinsäugern“. FRANK WENGERODT vom Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt referierte über die „Rechtliche Beurteilung des Schutzes von Höhlenbäumen“.

Dabei wies er besonders auf die Notwendigkeit eines engen Kontaktes zu Forstleuten hin. Im zweiten Themenkreis „Prädatoren“ stellte MICHAEL STUBBE „Die Entwicklung der Marderbestände in Deutschland und den Konflikt Raubsäuger-Eule“ dar. Er zeigte, dass die Kenntnis über die Bestandsschwankungen bei beiden Marderarten immer noch mangelhaft sind und das beide keinen Einfluss auf Entwicklungstrends von Eulenpopulationen ausüben. HANS-DIETER MARTENS berichtete über die „Sicherung besetzter Rauhfußkauzhöhlen gegen den Marder“ in Schleswig Holstein.




Die Nachmittagssitzung begann mit dem Themenkreis “Datenverarbeitung“. HARTMUT GEIGER von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Thüringen stellte seine Erfahrungen beim Umgang mit komplexen Datenbanksystemen vor. OLAF KRONBACH referierte über den „Datenexport aus dem Beringungsprogramm BERIHIDD in ACCESS-Datenbanken“ und zeigte Wege auf, wie vorhandene Daten aus dem Eingabeprogramm für Vogelberinger in eine erweiterte Datenbank für eigene Auswertungen übertragen werden können.

Im Themenkreis „Bestand“ sprach THEODOR MEBS über „Der Uhu in Deutschland – aktuelle Aspekte seiner Bestandsentwicklung“ und berichtete über durchweg positive Bestandsentwicklungen aus allen Bundesländern. MICHAEL JÖBGES referierte anschließend über die „Verbreitung und Bestandsentwicklung des Steinkauzes in Deutschland“. Er stellte die für den Brutvogelatlas (ADEBAR) zusammengetragenen Ergebnisse vor. HERBERT GRIMM zeigte in seinem Beitrag „Warum verschwand der Steinkauz nahezu vollständig aus Thüringen ? - Versuch einer Analyse“ eine ganze Reihe wesentlicher Gründe auf.

Im abschließenden Themenkreis „Auswilderung“ stellte WOLFGANG SCHERZINGER „Nationale und internationale Empfehlungen sowie Kriterien aus biologisch-ökologischer Sicht“ vor. Der nachfolgende Vortrag von CLAUDIA HAMANN „Das Wiedereinbürgerungsprogramm des Uhus in Schleswig-Holstein – Erfolge und Aspekte der praktischen Umsetztung“ veranschaulichte in überzeugender Weise, welche Erfolge langfristig begleitete Wiederansiedlungsprojekte erzielen können. Andererseits erleiden schlecht geplante, in ungeeigneten Habitaten durchgeführte oder gar als Alibi getarnte Aussetzungen in aller Regel schiffbruch, was HUBERTUS ILLNER in seinem Vortrag „Scheitern und Erfolg von Aussetzungsaktionen beim Steinkauz“ aufzeigte.

Die Abendexkursion musste wegen Dauerregens ausfallen, stattdessen zeigte JOCHEN WIESNER Dias aus Ostsibirien. Der Sonntag war dem praktischen Erfahrungsaustausch im Saalfelder Kulmgebiet vorbehalten. Mehr als 50 Teilnehmer erlebten die Vorführung einer professionellen Höhlenkamera und einem Eigenbau von KARL-HEINZ MEYER, sowie eines 6 m langen Klappkeschers durch MARIO MELLE. LUIS SIKORA und WILHELM MEYER demonstrierten Steigtechniken. Mit einem gemeinsammen Mittagessen und dem anschließenden Spaziergang zu Brutplätzen von Schwarzspecht und Rauhfußkauz endete am frühen Sonntagnachmittag die 20. Jahrestagung der AG Eulen.

Quelle: 2005 Eulen-Rundblick 53/54: 53-54

Zuletzt geändert: 2014/04/14 17:15
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